Körpertherapie bei Depressionen

 5 Phasen der Depression

Und was eine begleitende und unterstützende Therapieform dabei leisten kann:

Die achtsame und berührende Körpertherapie! 

Phase 1 und Phase 2

Perfektionismus / Versagensgefühl

Phase 3

Stilllegung als Form des inneren Rückzugs

Phase 4

Gleichgültigkeit im Alltag

Phase 5

Im eigenen Saft schmoren

(Plus der 6 Phase)

Resignativ-verbitterte Symptombehandlung

 

5 Phasen der Depression

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn die Sonnenstrahlen nur noch für Traurigkeit sorgen….

 

Es ist dieser Blick zur Decke, der lange an einer Stelle haften bleibt. Die Sonne gewinnt an Kraft und die Geräusche im Hintergrund nehmen zu. Er sagt nichts. Schaut nur.

Am Ende dieses Tages wird er davon berichten, wie mühsam das Aufstehen auch an diesem Morgen war.

Heute war wieder dieser schwarze Tag, dieses Loch. Das Einkaufen hat zu lange gedauert, zu lange, um nicht besorgt zu sein.

 

Ich habe Schwierigkeiten mich im Geschäft zurechtzufinden. Laufe ewig orientierungslos durch die Reihen und weiß nicht mehr, was ich hier wollte. Es ist furchtbar und ich habe Angst, andere bekommen das mit.

Kannst Du mir für das nächste Mal einen Zettel mitgeben, fragt er seine Partnerin.

 

 

Laufen.

Wenn die Kraft reicht, dann hilft es ihm. Hilft die Gedanken abzulaufen. Reicht die Kraft nicht, dann überwältigt der Wunsch zu schlafen.

Du siehst oft so traurig aus, lach doch mal, das, so sagt er, ist ein drecks Satz.

 

Wenn es so einfach wäre, würde ich es sofort ändern.

 

3-2-1 Peng!

 

Habe ich Depressionen?

Depression hat viele Gesichter, keins ist leicht zu nehmen und keines fällt leicht.

Es ist der gefühlte Verlust von Sicherheit im Allgemeinen, von der Anbindung an das Gefühl des Lebensglücks, von Neugier und Aktivität. In einer Studie des Rheingold Instituts Köln wurden 80 Betroffene zwischen 20 bis 60 Jahren befragt. Fast alle betroffenen Personen berichteten, sie fühlen unendliche Traurigkeit in sich, lahmgelegt sein und eine starke Überforderung im Alltag. Außerdem wurden Ärzte und Apotheker befragt, was ihnen im Umgang, in ihrem Alltag mit depressiven Menschen auffällt. Aus den Ergebnissen entwickelten die Forscher eine Art Psycho-Logik, um den Mechanismus der Depression besser zu verstehen. Es scheint charakteristische Merkmale zu geben, die nacheinander ablaufen, die 6 Phasen der Depression ( viele kennen es als 5 Phasen der Depression).

Bei Verdacht auf eine Depression ist in jedem Fall der Gang zum Hausarzt wichtig!!

 

 

Eine mögliche, begleitende Therapieform:

Körpertherapie bei Depressionen | Berührungen nähren und stärken Menschen!

Bedenken wir, dass mitfühlende, achtsame und wertschätzende Berührungen ein Grundbedürfnis aller Menschen darstellen, dann ermöglicht die achtsame, berührende Körpertherapie dies in einem sicheren, therapeutischen Kontext. Sie schafft für Dich eine Erfahrung des Angenommen seins und der achtsamen und respektvollen Begegnung mit dem Anderen. Das Berührt werden, das sich aber nicht ausschließlich auf den Körper bezieht, sondern alle Aspekte des Menschseins mit einbezieht und erfährt.

Dies wird für Dich eine ganz neue Erfahrung darstellen, die im Sinne einer „korrigierenden Erfahrung“, das eigene Körper- und Selbstbild, die Art und Weise des mit sich in Beziehung gehen könnens und das Erleben der eigenen Gefühlswelt, verändern wird.

Der Hausarzt gibt ihm eine Überweisung für eine Therapie. Dafür muss er viel telefonieren, denn die Plätze sind rar. Telefonieren ist eine Qual, das daran Denken ein Mind-Fuck. So viele Tage vergehen, so viele neue Anläufe die verhassten Anrufe zu tätigen. Die Absagen oder das nicht Erreichen der Ärzte, stellen ihn vor eine weitere schwierige Situation. Irgendwann klappt es und er hat die ersten Sitzungen hinter sich.

Vieles von dem, was er hört, macht Sinn für ihn. In dem Moment des Hörens ist Klarheit und Hoffnung. Daheim angekommen stehen die Möbel an der gleichen Stelle, der Geruch ist der gleiche und die Gedanken ebenso. Ab jetzt fällt es ihm schon schwer an die Kraft der Worte in der Therapiesitzung anzuknüpfen. Die Wucht des Gefühls des Aufbruchs, das er beim Therapeuten hatte, nachzufühlen. Ab jetzt reißt der Faden schon ab, gleitet durch die Finger hinweg…

Break

In all den Jahren meiner Arbeit mit Menschen wurde eins deutlich: Die reine kognitive, ambulante Therapie also das Gespräch einmal die Woche, hilft nach Aussage meiner Klienten als einzige Intervention nicht unbedingt dauerhaft. Das Gehörte ist flüchtig wie Gas. In dem einen Moment wahrnehmbar, klar zu deuten, dann löst es sich auf. Das Auflösen beginnt gleich im Alltag. Bei einem längeren Aufenthalt in einer Klinik wird die Körperebene eher mit einbezogen, das ist für eine langfristige Verbesserung der Situation wichtig.

 

 Ich bitte Dich jetzt einmal aufzustehen und dich im Raum hinzustellen.

Schon bei der Begrüßung ist mir aufgefallen, er geht nicht aufrecht, die Beine sind instabil und leicht im Knie eingeknickt.

Fühlst du dich stabil in diesem Moment? Wie nimmst du dich wahr? Was denkst du über deine Haltung? Wie ist sie für dich?

Ich fühle, das mein Oberkörper nicht aufrecht ist. Ich habe auch schon oft gehört, das ich leicht krumm wirke.

Kannst du deine Knie bitte einmal durchdrücken? Was nimmst du in Bezug auf deinen Stand wahr? Was an deiner Haltung, deinen Schultern?

Es ist anstrengend, so zu stehen. Ich kann mir nicht vorstellen, immer so zu sein. Aber ich fühle mich aufrechter.

Was fühlst du bezüglich deiner Haltung, wie ist das Gefühl bezüglich deines Kopfes und deiner Schultern? Gibt es einen Unterschied?

Ich habe mehr Stand, mehr Sicherheit. Ich stehe aufrechter, schaue mehr nach vorn, der Kopf ist oben.

Geh nochmal bitte zurück in die Ausgangssituation. Bleib da einen Moment und nimm dein Körperempfinden wahr. Du hast jetzt einen Vergleich. Womit fühlst du dich stabiler, sicherer und aufrechter? Wechsel bitte zwischen beiden Positionen und verbleibe jeweils einen Moment darin.

 Das ist total interessant, ich fühle mich besser mit durchgedrückten Beinen. Es ist ganz anders. Das macht etwas mit mir, aufrechter den Kopf zu haben.

Es verunsichert mich aber auch. Wie kann ich das lernen und dran denken?

Das freut mich erst einmal, wir bleiben an dieser Stelle. Ich bringe jetzt die Flexibilität mehr ins Spiel. Stell dir vor, da kommen negative Themen, Menschen die nicht freundlich sind oder dich belastende Situationen, die auf dich einprasseln. In welcher Position bist du eher in der Lage, dem auszuweichen und die negative Energie zurückzugeben?

Das aufrechte und grade Stehen tut mir sehr gut aber wie kann ich das üben, daran zu denken? Ich habe die Kraft dazu nicht immer. Und was meinst du mit ausweichen und Energie zurückgeben?

Und genau das erarbeiten wir jetzt im Coaching zusammen. Wir integrieren deine neue Körpererfahrung, die du als positiv einstufst. Ich lade dich ein, jetzt im Rahmen des Coachings ein weiteres Experiment mit mir zu machen, damit sich alles gut verankert. Dabei gehen wir folgendermaßen vor…..

Mit einer Veränderung des Ortes verbesserte sich sein Gefühl der Traurigkeit und des Ausgeliefertseins. Auch Gespräche in einer zugewandten Runde bekamen ihm gut. Natürlich vermied er, das Thema auf seine Depression zu lenken. Dann zurück in seinem Alltag kam die nächste Welle und ein kräftiges Tief.

Ich hatte in den Tagen unserer gemeinsamen Arbeit eine Übung vorgeschlagen, die seine Wahrnehmung und Resilienz verbinden konnte.

Er erfuhr im ersten Schritt, wie wichtig es ist, das aufkommende Gefühl von Panik, Überforderung und Hilflosigkeit erst einmal einfach wahrzunehmen. Im 2 Schritt übten wir die Akzeptanz der Situation- es ist wie es ist- aber ich komme da raus.

Dafür erarbeite ich mit ihm ein kleines Konzept, über den Körper, über eine Handlung selber aktiv bleiben zu können, nicht mehr tief abzurutschen in den Strudel der Depression. Wir trainierten achtsam zu sich zu sein, wahrzunehmen und dann in eine Handlung zu kommen.

Die Fähigkeit des Körpergewahrseins muss sich langsam entwickeln. Wir können den Körper nur ganz allmählich erfahren.

Peter A. Levine

Was bedeutet Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist eine natürliche menschliche Haltung und bedeutet erstmal, eine bewusste und nicht wertende Aufmerksamkeit und Akzeptanz der Dinge, so wie sie sind.

Präsent im gegenwärtigen Augenblick zu sein, ohne durch den Filter des Geistes das Erlebte gleich zu bewerten, zuzuordnen oder zu interpretieren, ist ein wichtiges Merkmal der Achtsamkeit.

Die Intensität des Augenblicks wird verstärkt und unmittelbar erlebt. Das Sein-Lassen der Dinge, so wie sie sind, kann als tiefe Gelassenheit empfunden werden, als Erleichterung und wird durch etwas Übung zu Mitgefühl.

Dieser Bereich ist gut erforscht. Es gilt als erwiesen, das die Konzentration auf das Hier und Jetzt sich äußerst positiv auf unsere Seele auswirkt, auf unsere Beziehungsführung und unser Selbstbild. Wir werden schlichtweg glücklicher, gesünder, entspannter und im globalen Sinne Schöner.

Achtsamkeit wird als intensive Verbundenheit mit sich selbst erlebt, was zu einer Art inneren Frieden führen kann. Das wieder wahrnehmen können von feinen Nuancen ist ein Geschenk an sich selbst.

In den 3 Tagen übten wir dieses Tool oft und es konnte ihm – im wahrsten Sinne – in Fleisch und Blut übergehen.

Sie kam an einem sonnigen Vormittag bei mir an. Eine aufrechte und schöne Frau. Durch unser Vorgespräch kannte ich ihre Situation und wir hatten einen passenden Plan für unsere Arbeit entworfen.

Das vorrangige Thema war die Abspaltung vom ihrem Körper, vom eigenen, gefühlten Sein, von gesunden Emotionen.

Sie hatte Lichtjahre Therapie hinter sich. Auf meine Rückfrage hin erfuhr ich, es hatte nie jemand Ganzheitlich also auch Körper/Nervensystem relevant mit ihr gearbeitet. Sie hatte aber die Ahnung, das ist ein wichtiger Baustein, der ihr fehlt für ein gesundes und positives verankert sein im Leben.

Ich funktioniere nur. Ich kann mich nicht spüren und habe keine Verbindung zu meinem Körper.

In einem komplett geschützten Rahmen führte ich sie langsam, ganz langsam, in die Welt ihrer Atmung, ihrer Energie und daraus folgend, in ihre Selbstwirksamkeit. Auch Nähe und Distanz wurden definiert und haptisch erlebt.

Ganz vorsichtig und eingebettet in ein stabiles Setting voller Vertrauen und Wertschätzung, tasteten wir uns an eine Heilmassage. Ihr Körper, der nur Ablehnung und Abspaltung kannte, öffnete sich mir auf wunderbare Art und Weise. Sicherheit, Geborgenheit und viel Energie führten zu einem nachlassen des Muskeltonus.

Glückshormon?
Dopamin – Serotonin – Noradrenalin!

Was geschieht im Körper?

Durch Berührungen werden Neurotransmitter ausgeschüttet. Es wurde beobachtet, das während der therapeutischen Berührung Dopamin und Serotonin ausgeschüttet werden. Sie sorgen für eine Form von Zentriertheit und neuer emotionalen Stabilität.

Auch Hormone werden vermehrt ausgeschüttet: Das Kuschel oder Bindungshormon Oxytocin z.b.. Es hat verschiedene wichtige Funktionen. Relevant für uns ist die Stress lindernde Wirkung, die Beruhigung und damit das Gefühl des sich Wohlfühlens. Es stärkt das Vertrauen zu sich und in die Welt.

Die Endorphinausschüttung spielt für uns auch eine große Rolle. Sie können schmerzlindernd wirken, lassen Wohlgefühl entstehen und verhelfen dazu, von Emotionen nicht überwältigt zu werden.

Es gelang, ein neues und positives Selbstbild entstehen zu lassen, Sicherheit in sich wahrzunehmen und besser loslassen zu können.

Es sind kleine Schritte, langsame, kleine Schritte, aber sie gehen, Du gehst dabei in die richtige Richtung.

Die Arbeit mit dieser Klientin geht weiter. Weiter hin zu einer stabilen Integration des sich Fühlens und Wertschätzens.

Zum Schluss ein vielleicht schönes Ziel, ein gesunder Zustand Deines Selbst und ein möglicher Schlüssel für neues Denken:

Ja, ich liebe Dich!

Nein, ich bin nicht Dein Besitz!

Ja, ich liebe Dich!

Nein, ich gehöre Dir nicht!

Ja, ich liebe Dich!

Nein, dies bedeutet nicht, dass ich Dich brauche um glücklich zu sein!

Ja, ich liebe Dich!

Nein, es ist nicht meine Aufgabe Dein inneres Kind zu heilen, Dich zu vervollkommnen,

Dich glücklich zu machen…

Ja, ich liebe Dich!

Ja, ich liebe MICH!

 

Begriffe, die gut beschreiben, worum es geht, in der begleitenden Therapie: Heilung durch Körpertherapie, Körperarbeit, Körpertherapie erleben, den eigenen Körper lieben, Körper wahrnehmen, Körperbewusstsein, Körperhaltung verändern, den Körper lieben, seinen Körper fühlen.