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Prokrastination und Aufschieberitis – Tipps

6. November 2023 | Lebenskrise, Ängste überwinden, Krise, Persönliche Entwicklung

ENTFALTUNG UND VERÄNDERUNG
Warum scheitern so viele Entfaltungsversuche? Und was haben Energie, Gehirn und Körper mit Veränderung zu tun?

Du versuchst es immer wieder?

Therapie. Bücher. Podcasts. Gespräche. Und es geht trotzdem nicht weiter. Es fühlt sich an wie ein nerviger, ewiger Loop.

Lass uns mal neu denken: Was, wenn das nicht dein Versagen ist? Was, wenn es schlicht Biologie ist?

Die Neurowissenschaft gibt uns heute ein Bild davon, wie Veränderung im Gehirn funktioniert und warum sie scheitern kann, wenn ein entscheidender Faktor fehlt: Energie.

Entfaltung und Veränderung

Was Entfaltung mit Energie zu tun hat

Wir denken bei Veränderung oft nur an die Psyche, an eine neue Haltung oder Entscheidung. Was wir dabei fast immer übersehen: Veränderung ist zunächst auch ein biologischer Vorgang.

Dein Gehirn ist einer der größten Energieverbraucher deines Körpers. Obwohl es nur einen kleinen Teil des Körpergewichts ausmacht, beansprucht es einen erheblichen Anteil der zur Verfügung stehenden Energie.

Wer chronisch erschöpft ist, schlecht schläft, sich unausgewogen ernährt oder wessen Körper permanent mit Stress und anderen belastenden Prozessen beschäftigt ist, hat weniger freie Kapazität für Veränderung.

Nicht weil der Wille fehlt. Sondern weil manchmal die Ressource fehlt.

Warum sich das Gehirn gegen Veränderung wehrt

Das Gehirn liebt Effizienz.

Was oft genutzt wird, wird stärker. Was selten genutzt wird, verliert an Bedeutung. Gewohnte neuronale Bahnen, alte Muster, Reaktionen und Überzeugungen lassen sich deshalb mit einer vielbefahrenen Straße vergleichen.

Sie sind vertraut. Sie brauchen wenig Aufmerksamkeit. Und wir greifen schnell wieder auf sie zurück.

Eine neue Reaktion, Handlung oder Denkweise ist dagegen zunächst eher wie ein wenig genutzter Pfad. Jeder Schritt braucht Aufmerksamkeit und Kraft.

Veränderung entsteht deshalb nicht dadurch, dass alte Erfahrungen einfach verschwinden. Neue Erfahrungen müssen wiederholt werden, damit andere Reaktionsmöglichkeiten zunehmend verfügbar werden.

Veränderung braucht Zeit.

Sie braucht Wiederholung, Energie, Kraft und die Möglichkeit, neue Erfahrungen tatsächlich zu machen.

Vorsicht vor einfachen Versprechen

Wenn dir jemand verspricht, dass nach einer bestimmten Methode oder einer einzigen Intervention alle Themen verschwunden sind und danach nur noch ein glückliches Leben wartet, lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Entwicklung braucht Zeit. Entwicklung braucht Geduld. Und vor allem braucht sie Energie, Kraft und Zuversicht.

Genau deshalb kann es so schwer sein, in einer akuten Erschöpfungssituation intensiv an sich zu arbeiten. Nicht unbedingt, weil die Bereitschaft fehlt, sondern weil das System gerade wenig Kapazität hat.

Angstnetzwerke und alte Muster

Wenn wir immer wieder dieselben Reaktionsmuster aktivieren, werden diese vertrauter und leichter verfügbar.

Das erklärt mit, warum Menschen auf scheinbar kleine Reize sehr stark reagieren können. Bestimmte Reaktionen sind über lange Zeit eingeübt worden und werden entsprechend schnell aktiviert.

Dabei geht es nicht ausschließlich um Gedanken. Stressreaktionen zeigen sich ebenso im Nervensystem, in Muskelspannung, Atem und Körperhaltung.

Genau deshalb ist es sinnvoll, körperliche Wahrnehmung in Veränderungsprozesse einzubeziehen.

Warum Mindsetarbeit allein oft nicht reicht

„Denk positiv.“ „Ändere dein Mindset.“ „Du musst es nur wirklich wollen.“

Solche Aussagen greifen zu kurz.

Eine innere Haltung verändert sich nicht immer durch eine einzelne Entscheidung. Neue Denkweisen und Reaktionen brauchen Wiederholung, Erfahrung, Zeit und häufig auch Unterstützung.

Veränderung und neue Wege

Was das konkret für dich bedeuten kann

Schlaf

Schlaf ist keine Luxusoption. Er ist eine wichtige Regenerationsphase für Gehirn und Körper. Wenn Schlaf dauerhaft fehlt, fehlt häufig auch Kraft für Veränderungsprozesse.

Ernährung

Auch Ernährung beeinflusst, wie leistungsfähig wir uns körperlich und geistig fühlen. Dabei geht es nicht um Dogmatismus, sondern darum wahrzunehmen, was dem eigenen Körper tatsächlich guttut.

Bewegung

Bewegung unterstützt zahlreiche körperliche und neurologische Anpassungsprozesse. Neue Erfahrungen und neue Reize können dazu beitragen, neue Verbindungen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Pausen

Pausen sind keine Schwäche. Sie sind notwendige Erholungsphasen, in denen Erfahrungen verarbeitet und neue Lernprozesse gefestigt werden können.

Körperorientierte Begleitung

Körperorientierte Begleitung bezieht neben Gedanken und Gesprächen auch Wahrnehmung, Bewegung, Atem und körperliche Reaktionen mit ein.

Trauma und Nervensystem

Belastende und traumatische Erfahrungen können sich auf Wahrnehmung, Verhalten und körperliche Reaktionen auswirken.

Ein Nervensystem, das lange in erhöhter Alarmbereitschaft arbeitet, benötigt viel Kraft.

Wer mit solchen Erfahrungen arbeitet, braucht deshalb nicht nur Einsicht, sondern auch ausreichend Ressourcen.

Sicherheit. Regulation. Ruhe. Nicht immer noch mehr Druck.

Erschöpfung ist kein Versagen

Wenn du dich erschöpft fühlst und keine Veränderung siehst, bedeutet das nicht automatisch, dass du Veränderung nicht willst.

Manchmal zeigt der Körper schlicht: Gerade ist nicht genügend Kapazität vorhanden.

Das zu verstehen, kann bereits entlasten.

Es bedeutet nicht aufzugeben. Es bedeutet zunächst, eine tragfähige Grundlage zu schaffen.

  • Schlaf verbessern
  • Ernährung bewusst betrachten
  • Bewegung integrieren
  • Pausen zulassen
  • den Körper in Veränderungsprozesse einbeziehen
  • passende Unterstützung und Begleitung finden

Körper und Geist gemeinsam betrachten

Die Psyche ist kein vom Körper abgetrenntes System.

Genau deshalb arbeite ich mit dem Dualen Heiltherapie Konzept: Körper und Denken werden nicht getrennt voneinander betrachtet.

Nachhaltige Veränderung entsteht nicht allein durch Verstehen. Sie braucht auch Erfahrung.

Durch Übungen, die die Körperwahrnehmung einbeziehen. Durch Begleitung, die körperliche Reaktionen ernst nimmt. Und durch einen Rahmen, in dem neue Erfahrungen möglich werden.

Fazit: Veränderung ist möglich

Heilen ist also nicht wirklich ein Mythos. Veränderung ist möglich. Aber sie funktioniert oft anders, als wir es uns zunächst vorstellen.

Sie braucht mehr als guten Willen. Sie braucht Energie, Wiederholung und Zeit.

Körper und Geist sind kein Gegeneinander. Sie gehören zu einem gemeinsamen Prozess.

Wenn du das Gefühl hast, dich immer wieder im Kreis zu drehen, lohnt es sich deshalb zu schauen, welcher Teil bisher vielleicht noch nicht einbezogen wurde.

NICHT NUR LESEN, SONDERN WEITERGEHEN

Manche Themen möchten nicht nur verstanden, sondern weiter vertieft werden.

Vielleicht hat dich dieser Beitrag an einem Punkt berührt oder eine Frage geöffnet, die tiefer geht. Auf meiner Website findest du verschiedene Möglichkeiten, dich mit diesen Themen weiter auseinanderzusetzen und neue Erfahrungen zu machen.

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