Von einer Nahtoderfahrung und dem Weg aus der Krise

…..und plötzlich ist alles anders

Dies ist ein sehr persönlicher Artikel, so persönlich wie deine Themen, die du anvertraust oder beabsichtigst sie mir anzuvertrauen.

Auf meiner Website schreibe ich unter dem Punkt – Über Mich – …mir ist nichts fremd, wir begegnen uns auf Augenhöhe. Als ich das schrieb, da wusste ich nicht, es gibt noch einige Dinge die ich nicht erlebt habe. Darüber möchte ich berichten.

Warum schreibe ich über ein so intimes Ereignis, fast einem Tabuthema.

Ich bin, sicher es gibt viele Menschen die sich damit beschäftigen, was passiert, wenn man in einer scheinbar hoffnungslosen Situation ist und wie kommt man aus einem Trauma, das entsteht wieder raus. Ich werde über die Entstehung berichten, dem Verlauf und dem Weg aus der Krise zurück ins Leben.

Vor nicht allzu langer Zeit, der genaue Zeitpunkt spielt an dieser Stelle keine Rolle, befand ich mich in einem Park in Berlin, voller Vorfreude auf ein gemeinsames Picknick mit intensiven Gesprächen und gutem Wein. Ich begann den Nachmittag mit einigen Sonnengrüßen unter einem schattigen Baum. Ich genoss die Dehnungen und fühlte mich intensiv. Bei diesen Übungen fühlte ich viel Energie und große Freude an meinem Leben.

Kurze Zeit danach stach mir eine Wespe durch die Yogahose ins Bein.

Es waren viele Jahre, ja Jahrzehnte vergangen, seit dem letzten Mal. Ich wusste, ich bin allergisch, aber es war ewig her und der Ausgang damals schmerzhaft aber nicht bedrohlich.

Ich fühlte großen Schmerz, versuchte zu kühlen, zu reiben. Was dann passierte kann getrost als Kaskade hinab bezeichnet werden. Innerhalb von Minuten ging es mir sehr schlecht, ohne in Einzelheiten zu verfallen. Es war recht schnell klar, ich brauche den Notarzt, ich hatte einen anaphylaktischen Schock, mitten auf der Wiese im Park.

Die erste Zeit mit den Ärzten nahm ich bewusst wahr. Ich folgte, so gut es ging, ihren klaren Anweisungen, meine Begleitung ebenso. Ich wurde mit unzähligen Zugängen gespickt über die meine lebenswichtige Arznei lief. Zu diesem Zeitpunkt glitten dann meine Gedanken und meine Sinne langsam etwas ab. Ich fühlte, das Schließen der Augen ist wohltuend. Ich wollte mich in meinen Körper zurückziehen, in ihm abtauchen. Das laute rufen der Ärzte führte zum Öffnen der Augen, ich sollte sie ansehen. Das fiel mir immer schwerer, ich wollte nur bei mir, in mir sein.

An dieser Stelle endet meine Erinnerung an das Außen.

Ich konnte dem Sog, der mich nach innen zog, nicht mehr entkommen. Ich ließ mich fallen, absacken, dahingleiten. Es fühlte sich an wie auf einer leichten Welle, getragen, fließend.

Ich spürte keine Angst, keine Panik. Es zogen keine vergangenen Bilder vorbei, keine offenen Wünsche oder Traurigkeit. Ich betrachtete das langsam Fließende. Der Sog in eine Richtung verstärkte sich, als ob er jetzt mächtiger werden wollte, drängender. Das nahm ich bewusst wahr. Das eher ruhig fließende wurde machtvoller, wollte mich. Ich spürte, dass ich dagegen ankommen sollte. Weg davon, unbedingt weg davon. Ich stemmte mich dagegen. Intuitiv wusste ich, ich muss in die andere Richtung, ich muss dagegen kämpfen, unbedingt kämpfen. Wie sich später herausstellte, wurde mir in genau dieser Phase ins Ohr gesagt: kämpfe, du musst kämpfen.

Ich erinnere das Öffnen meiner Augen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Erinnerung an meinen eigenen Kampf. Ich hielt die Augen offen und hörte die Ärzte sagen, sie ist durch. Danach ging es sehr schnell. Die Medikamente schlugen rasch an und ich konnte transportiert werden.

Die Erinnerungen an meinen eignen Kampf kamen etwas später, irgendwann im Krankenhaus. Ich fühlte ein komplettes Durcheinander. Da war nachträgliche Angst, starke Erschöpfung aber auch reine Dankbarkeit.

Die ersten Atemzüge vor dem Krankenhaus werde ich nie vergessen. Tränen flossen, tiefes Glück zu leben.

Ich möchte über diese Erfahrung des Nahtodes sagen, ich empfand sie anders, als ich es vorher dachte. Es waren keine Bilder der Liebsten, kein Ablauf meiner Jahrzehnte, auch keine Angst. Dieser Zustand kurz davor ist erstmal sehr friedlich. Ich konnte aber auch noch eine Entscheidung treffen, aktiv eingreifen, ich hatte unfassbares Glück.

Die ersten Tage danach.

Sie standen unter dem Zeichen des Schocks, für mich und meine Begleitung. Wir hatten ein starkes Bedürfnis uns auszutauschen darüber. Die Einzelheiten die jeder für sich empfunden und wahrgenommen hat, waren alle wichtig. Wir gingen es oft durch, sprachen von dem individuellen Erleben. Vorsichtig versuchte ich mein Überleben zu beschreiben, ohne meine Umgebung zu verschrecken.

In dieser Phase halfen intensive Gespräche mit den Beteiligten und Ruhe, einfach Ruhe. Der Austausch ist sehr wichtig bei der Verarbeitung. Bitte achtet in dieser Phase darauf, euch genau anzuschauen, wem ihr euch anvertraut. Ihr solltet nur Menschen zum Gespräch wählen, die empathisch sind und denen ihr vertraut. Alles was zu Diskussionen führen könnte, versucht zu vermeiden. Das würde euch zu viel Kraft kosten.

Ich fühlte meinen Körper und konnte auf den Ablauf seiner Funktionen vertrauen.

Das war zu diesem Zeitpunkt schon viel. Mein Wissen um Körper als Therapeutin half, immer in mich hinein hören zu können. Was brauchst du Körper? Was kann ich für dich tun? Es ist extrem wichtig in sich zu hören, ganz tief reinhören, spüren. Meine Fragen beantwortete mein Körper mit der Bitte um Ruhe, Schlaf und viel zärtlicher Pflege. Das war ein wichtiger Bestandteil bei meinem Weg aus der Krise.

Für diese Phase empfehle ich euch, hört aufmerksam und ehrlich in euch rein.

Egal was im Außen ist, hört auf euch und kommt dem nach.

Ich meditierte zwischendurch, atmete tief und visualisierte mein Licht im Körper, die Organe, die Versorgung aller Zentren. Ein Trauma ist im Körper manifestiert, er braucht viel Liebe und Zuwendung. Das Visualisieren von eurer Energie im Körper hilft, euch einen Zugang zu verschaffen und Kraft entstehen zu lassen.

Meine Gefühle wechselten häufig. Von unendlicher Dankbarkeit zu leben hin zu großer Traurigkeit. Ich, die so gern lebt, intensiv ist, kraftvoll, positiv, voller Pläne….ich fühlte mich ausgebremst, meiner Kraft beraubt und unfair behandelt.

Meine Panik allen Insekten gegenüber versuchte ich in der ganz ersten Phase einfach zu beobachten. Was hilft mir damit jetzt umzugehen? Erstmal war es Unterstützung holen. Bitte schau auf mich, wenn ich draußen bin. Bitte habt mich im Auge. Sah ich etwas, das sich auf mich zu bewegte, half bewusstes Atmen. Damit konnte ich aufkommende Panik bremsen. Ich hörte meinem Atem zu, ein aus, ein aus.

Es war klar, je mehr Panik aufkommt, je mehr ziehe ich die Insekten an. Bewusst setzte ich mich damit auseinander, dass mich in den letzten Jahrzehnten meine Ruhe im Umgang mit ihnen gut durch die Zeit brachte. Das hat sich also bewährt. Nun gehe ich einfach rein, wenn es mir draußen zu viel wird und auf der Straße hilft mein Vertrauen in mich und mein Leben.

Heute fühle ich mich näher an mir als je zuvor. Ich schätze meine Kraft, meinen Körper und vertraue auf ein erfülltes Weiterleben.

Dieses Erlebnis brachte mich auch noch mehr zu der gesicherten Erkenntnis, dass unser Körper so viel mehr ist als eine schöne Ummantelung unserer Selbst.

Unser Körper hat alles in sich, spiegelt, reagiert, leidet und legt quälende Themen als Blockaden ab.

In ihm zu sein, die Funktionen zu kennen, ihn mit Energie und guter Rede zu nähren, die Zentren zu segnen und viel Selbstliebe zu entwickeln, das ist eine zentrale Aufgabe in meinem Coaching, in dem die Körperarbeit integriert ist, und das immer!

Wir arbeiten auf Augenhöhe, es gibt nicht viel, das ich nicht erlebt hätte.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen