Wege aus der Angst-Trance
Wege aus der
Angst-Trance
Das Leben schuldet uns nichts als das Leben. Und alles andere haben wir zu tun.
Hildegard Knef
Heute möchte ich über Ängste schreiben. Bevor du vielleicht denkst, lass mich doch damit in Ruhe, gib mir einen Moment, um dir verschiedene Aspekte von Ängsten zu erläutern. Lass uns gemeinsam erforschen, in wie weit uns Ängste berühren und was wir tun könnten.
Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Bildung und ersetzen keine professionelle Beratung oder Therapie. Bei anhaltenden oder schweren Angstzuständen wende dich bitte unbedingt an einen Facharzt.
Angst-Trance
Wie werde ich die Hirnwichserei los :)
Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn sich Sorgen im Kopf drehen und du gar nicht mehr klar denken kannst? Dann steckt dein Gehirn in einem Muster fest – und genau darüber habe ich mir Gedanken gemacht. Wo kommt das her, wie manifestiert sich das und was kannst du tun?
Was ist eine Angst-Trance?
Eine Angst-Trance ist ein Zustand, in dem sich unsere Gedanken immer wieder um die Angst drehen, bis sie sich fast verselbstständigt. Wir steigern uns so stark hinein, das Gehirn sucht nach immer mehr Beweisen für die Gefahr – auch wenn sie gar nicht real ist.
Typische Gedanken in einer Angst-Trance:
„Was, wenn etwas Schlimmes passiert?“
„Ich schaffe das nicht, es wird furchtbar!“
„Ich werde mich blamieren, alle werden es merken!“
Diese mentale Dauerschleife sorgt dafür, dass sich Angst im Körper manifestiert: schneller Herzschlag, flache Atmung, Muskelanspannung. Und weil der Körper diese Symptome sendet, interpretiert unser Gehirn sie als Beweis: „Siehst du, die Angst ist real!“ – Ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt.
Doch die gute Nachricht ist:
Du kannst diesen Kreislauf unterbrechen!
💡 Wege aus der Angst-Trance – Konkrete Übungen zum Ausprobieren – Ertappen und umschalten.
1. STOPP-Technik (kognitive Verhaltenstherapie)
👉 Sofort die Angst-Gedanken stoppen
Wenn du dich in einer Angstspirale befindest, sage laut oder innerlich: „STOPP!“
🔹 Klatsche dabei in die Hände oder stampfe mit dem Fuß auf den Boden – das bringt dich zurück ins Hier und Jetzt.
🔹 Atme tief durch und frage dich: Ist diese Angst gerade wirklich begründet oder nur ein Gedankenmuster?
2. „Was-wäre-wenn“-Umkehr (NLP-Technik)
👉 Negative Gedanken bewusst in positive umwandeln
Oft befeuern wir unsere Angst mit „Was wäre, wenn…?“-Gedanken:
❌ „Was, wenn ich versage?“ → ✅ „Was, wenn ich erfolgreich bin?“
❌ „Was, wenn ich abgelehnt werde?“ → ✅ „Was, wenn Menschen mich unterstützen?“
Diese Umkehr bringt dich auf neue Lösungswege und öffnet dein Denken für Möglichkeiten statt für Angst.
3. Körperliche Angst lösen (aus der Körpertherapie)
👉 Angst manifestiert sich im Körper – also lösen wir sie dort auf!
🔸 Tiefes Gähnen: Dein Körper entspannt automatisch.
🔸 Schüttel dich 2 Minuten lang durch: Stell dir vor, du schüttelst die Angst aus deinem Körper heraus.
🔸 Drücke mit beiden Füßen fest in den Boden und spüre deine Stabilität. Auch eine bestimmte Bewegung zur Musik im Raum hilft dabei (Inhalt der Ausbildung Duale Heiltherapie)
Diese Übungen signalisieren deinem Nervensystem: „Ich bin sicher.“
4. Die 5-4-3-2-1 Methode (Achtsamkeit & Hypnotherapie)
👉 Aus der Angst-Trance ins Hier & Jetzt
Diese Methode hilft, sich aus Angstgedanken zu lösen und wieder in die Realität zurückzukommen:
🔹 Nenne 5 Dinge, die du sehen kannst.
🔹 Nenne 4 Dinge, die du hören kannst.
🔹 Nenne 3 Dinge, die du berühren kannst.
🔹 Nenne 2 Dinge, die du riechen kannst.
🔹 Nenne 1 Sache, die du schmecken kannst.
Nach dieser Übung wirst du dich präsenter und ruhiger fühlen.
🧠 Angst vs. Realität: Wie du dich aus der Illusion der Bedrohung befreist
Ein entscheidender Schritt im Umgang mit Angst ist, sich bewusst zu machen, was jetzt wirklich ist – nicht, was sein könnte oder was unser Kopf sich ausmalt.
Denn Angst lebt von Zukunftsszenarien. Oft passiert die Bedrohung nur in unseren Gedanken, während die Realität im Hier und Jetzt viel sicherer ist, als wir es fühlen.
❓ Wie überprüfst du die Realität?
Stelle dir diese Fragen:
Gibt es JETZT in diesem Moment eine reale Gefahr?
Bin ich in Sicherheit? (Schau dich um: Sitzt du in einem sicheren Raum? Gibt es eine wirkliche Bedrohung?)
Ist das, was ich befürchte, gerade wirklich passiert – oder ist es nur ein Gedanke über die Zukunft?
💡 Erkenntnis: In 99 % der Fälle existiert die Bedrohung nur im Kopf, nicht in der Realität.
📌 2 Techniken, um die gegenwärtige Realität bewusst wahrzunehmen
1. Boden-Kontakt spüren („Erdungs-Technik“)
👉 Körperlich spüren, dass du im Hier und Jetzt bist
🔹 Setze beide Füße fest auf den Boden.
🔹 Spüre, wie du von der Erde getragen wirst.
🔹 Bewege deine Zehen, drücke deine Fußsohlen sanft gegen den Boden.
🌿 Warum hilft das? Dein Gehirn bekommt das Signal: „Ich bin hier, ich bin sicher.“
2. „Ist das wirklich wahr?“ (Byron Katie Methode)
👉 Hinterfrage deine angstvollen Gedanken bewusst
💭 Frage dich: 1️⃣ Ist das, was ich denke, eine bewiesene Tatsache oder nur eine Vorstellung? 2️⃣ Gibt es einen realen Beweis, dass diese Angst JETZT wahr ist? 3️⃣ Was wäre, wenn ich diesen Gedanken loslassen könnte?
💡 Oft stellst du fest: Die Angst basiert auf Annahmen, nicht auf Fakten.
✨Die Realität ist sicherer als deine Angst dir sagt.
🧠 Warum hilft das? Die Rolle des Gehirns
Ängste entstehen im limbischen System, einem älteren Teil unseres Gehirns. Wenn wir uns in eine Angst-Trance hineinsteigern, übernimmt das Angstzentrum (Amygdala) die Kontrolle – und unser Körper reagiert, als ob echte Gefahr besteht.
Doch durch gezielte Techniken wie die oben genannten Übungen kannst du den präfrontalen Cortex aktivieren, den Teil des Gehirns, der für logisches Denken zuständig ist. So schaltest du bewusst aus der Angst in einen klareren Zustand um.
Angst malt oft Katastrophen aus, die nicht real sind. Doch wenn du bewusst überprüfst, was jetzt wirklich passiert, kannst du dich aus der Angst-Trance befreien.
Ich wünsche dir ein gutes Training, ich stehe selber im wieder auf der Übungsmatte, das hört nie auf, wird aber besser. Und bevor wieder eine Corona Welle kommt :), ist es gut, stabiler mit Ängsten umgehen zu können (das hilft bei der Beurteilung des Wahnsinns :).
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